| Die Mainacht
Text by Ludwig Heinrich Christoph Hölty
(1748-1776)
Set by
Johannes Brahms (1833-1897), op.
43 no. 2.
Fanny Mendelssohn-Hensel (1805-1847),
op. 9 no. 6.
Franz Schubert (1797-1828), D. 194
(1815), published 1894.
Wann der silberne Mond durch die
Gesträuche blinkt,
Und sein schlummerndes Licht über
den Rasen streut,
Und die Nachtigall flötet,
Wandl' ich traurig von Busch zu
Busch.
Selig preis ich dich dann, flötende
Nachtigall,
Weil dein Weibchen mit dir wohnet
in einem Nest,
Ihrem singenden Gatten
Tausend trauliche Küsse gibt.
Überhüllet von Laub girret
ein Taubenpaar
Sein Entzücken mir vor; aber
ich wende mich,
Suche dunklere Schatten,
Und die einsame Träne rinnt.
Wann, o lächelndes Bild, welches
wie Morgenrot
Durch die Seele mir strahlt, find
ich auf Erden dich?
Und die einsame Träne
Bebt mir heißer die Wang herab!
Von ewiger Liebe
Text by Josef Wenzig (1807-1876)
Set by Johannes Brahms (1833-1897), op.
43 no. 1 (1864).
Goto: French Translation
Dunkel, wie dunkel in Wald und in
Feld!
Abend schon ist es, nun schweiget
die Welt.
Nirgend noch Licht und nirgend noch
Rauch,
Ja, und die Lerche sie schweiget
nun auch.
Kommt aus dem Dorfe der Bursche heraus,
Gibt das Geleit der Geliebten nach
Haus,
Führt sie am Weidengebüsche
vorbei,
Redet so viel und so mancherlei:
»Leidest du Schmach und betrübest
du dich,
Leidest du Schmach von andern um
mich,
Werde die Liebe getrennt so geschwind,
Schnell wie wir früher vereiniget
sind.
Scheide mit Regen und scheide mit
Wind,
Schnell wie wir früher vereiniget
sind.«
Spricht das Mägdelein, Mägdelein
spricht:
»Unsere Liebe sie trennet
sich nicht!
Fest ist der Stahl und das Eisen
gar sehr,
Unsere Liebe ist fester noch mehr.
Eisen und Stahl, man schmiedet sie um,
Unsere Liebe, wer wandelt sie um?
Eisen und Stahl, sie können
zergehn,
Unsere Liebe muß ewig bestehn!«
Of eternal love
Dark, how dark it is in the forest and
field!
Night has fallen; the world now is
silent.
Nowhere a light and nowhere smoke.
Yes, now even the lark is silent.
From yonder village there comes the
young lad,
Taking his beloved home.
He leads her past the willow bushes,
Talking so much, and of so many things:
"If you suffer shame and if you grieve,
If you suffer disgrace before others
because of me,
Then our love shall be ended ever so
fast
As fast as we once came together;
It shall go with the rain and go with
the wind,
As fast as we once came together."
Then says the maiden, the maiden says:
"Our love shall never end!
Steel is firm and iron is firm,
Yet our love is firmer still.
Iron and steel can be recast by the
smith
But who would transform our love?
Iron and steel can melt;
Our love, our love will have to last
forever!"
D'amour éternelles
Sombre, comme il fait sombre par
la forêt et par les champs!
C'est déjà le soir,
le monde est silencieux.
Plus de trace de lumière,
plus de trace de fumée
Et voilà que l'alouette
elle-même se tait.
Sortant du village, le jeune
homme
Raccompagne chez elle celle qu'il
aime,
Passant avec elle auprès
des roseaux,
Lui parlant d'abondance et de
maintes et maintes choses.
"Si tu es humiliée et que
tu t'en affliges,
Si d'autres t'humilient à
cause de moi,
Qu'alors l'amour entre nous rompe
aussi rapidement,
Aussi vite qu'autrefois nous
avons été unis.
Qu'il s'en aille avec la pluie,
qu'il s'en aille avec le vent,
Aussi vite qu'autrefois nous
avons été unis!"
C'est alors que la jeune fille,
la jeune fille dit:
"Notre amour, il ne saurait rompre!
Solide est l'acier, et le fer
tout autant,
Notre amour, lui, est plus solide
encore.
Le fer et l'acier, par la forge
on les transmute,
Notre amour, qui pourrait le
transformer?
Le fer et l'acier, ils peuvent
fondre,
Notre amour doit durer éternellement!"
Translation to French copyright ©
by Auditorium du Louvre
Translation to English copyright ©
1996 by Leonard Lehrman
Dein blaues Auge
Text by Klaus Groth (1819-1899), from Hundert
Blätter, Paralipomena zum Quickborn (Hamburg, 1854).
Set by Johannes Brahms (1833-1897), op.
59 no. 8 (1873).
Dein blaues Auge hält so still,
Ich blicke bis zum Grund.
Du fragst mich,
Was ich sehen will?
Ich sehe mich gesund.
Es brannte mich ein glühend
Paar,
Noch schmerzt, noch schmerzt das
Nachgefühl:
Das deine ist wie See so klar
Und wie ein See so kühl.
Your blue eyes
Your blue eyes keep so still,
That I can gaze upon their very
depths.
You ask me,
What do I want to see?
I see my own well-being.
A glowing pair burned me once;
The scar still hurts, still hurts.
Yet your eyes are like the sea
so clear,
And like the sea, so cool and
detached.
Translated to English by Emily Ezust
Habe dank
Text by Hermann von Gilm zu Rosenegg (1815-1864),
"Habe dank", from Letzte Blätter.
Set by Richard Strauss (1864-1949), op.
10 no. 1 (1882-23).
Ja, du weißt es, teure Seele,
Daß ich fern von dir mich
quäle,
Liebe macht die Herzen krank,
Habe Dank.
[Einst hielt ich]1, der Freiheit
Zecher,
Hoch den Amethysten-Becher,
Und du segnetest den Trank,
Habe Dank.
Und beschworst darin die Bösen,
Bis ich, was ich nie gewesen,
[heilig, heilig an's Herz]2 dir
sank,
Habe Dank.
Input by Lawrence Snyder
Dedication
Yes, you know it, dearest soul,
How I suffer far from you,
Love makes the heart sick,
Have thanks.
Once I, drinker of freedom,
Held high the amethyst beaker,
And you blessed the drink,
Have thanks.
And you exorcised the evils in it,
Until I, as I had never been before,
Blessed, blessed sank upon your heart,
Have thanks.
Translated to English by Lawrence Snyder
and Rebecca Plack
1 Gilm: "Hielt ich nicht"
2 Gilm: "Heilig an das Herz"
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