| Heinrich VI., 1165 geboren in Nimwegen, war König seit 1169 und Mitregent seines Vaters seit 1186. Im Namen seiner Frau Konstanze (+1198), Erbin des Kgr. Sizilien, erhob er 1189 Ansprüche auf die siz. Krone, die er gegen Tancred von Lecce durchsetzen konnte, nachdem er Wilhelm,den eigentlichen Erben, hatte blenden, entmannen und einsperren lassen. Heinrich setzte seine Vorhaben mit großer Willenskraft und energisch durch. Den Papst zwang er zur Kaiserkrö nung. Die Einnahme Siziliens gelang zunächst nicht, weil sich in Deutschland eine heftige, von England geschürte Fürstenopposition gebildet hatte. Der Zufall half Heinrich: Er nahm 1192 den englischen König Richard Löwenherz gefangen, obwohl der, von einem Kreuzzug heimkehrend, unter dem besonderen Schutz aller christlichen Könige stand. Heinrich ließ seinen Gefangenen gegen Geld und nach einem Lehnseid frei und erreichte damit, daß seine gegner ihren Rückhalt verloren. 1194 wurde Heinrich in Palermo zum König gekrönt. Der Erwerb Siziliens bedeutete einen erheblichen Machtzuwachs für das Reich und eine Ausdehnung des politischen Einflusses bis in den Mittelmeerraum. Heinrich nutzte diese Gelegenheit: Der spanische Kalif zahlte Tribut, Armenien und Zypern wurden kaiserliche Lehen. Auch gegenüber Byzanz erhob Heinrich VI. Ansprüche (wegen seiner Schwägerin Irene), gab sich aber zunächst mit jährlich 16 Zentnern Gold zufrieden. Heinrich VI. (Manessische Liederhandschrift) |
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