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From: identity7@gmx.net (Horst Pieser) Newsgroups: de.etc.fahrzeug.auto Subject: d.e.f.a.-Treffen 2002: Reisebericht Date: 23 Sep 2002 05:55:03 -0700 Hallo. Hier ein paar Sachen, die mir im Gedächtnis blieben: Auf der Anreise keine besonderen Vorkommnisse bis auf einen Kleinwagen, der auf völlig freier Autobahn vor einem mit ca. 100 km/h Differenzgeschwindigkeit auflaufenden Fahrzeug von der rechten auf die linke Spur wechselt. Während im einsehbaren Bereich (ca. 1 km nach vorne und hinten) kein weiteres Fahrzeug fährt. Netter Versuch. Auf den Bundesstraßen in der Eifel zunächst etwas stockender Verkehr aufgrund übervorsichtiger Fahrer die mit 25 km/h durch die Kurven brausen. Die parallel stattfindenden V8 Star-Rennen schienen mir nicht so der Publikumsmagnet zu sein, jedenfalls hielt sich das Verkehrgetümmel rund um den Ring in Grenzen. Gehört habe ich auch nichts, dabei dachte ich, der V8-Motorsound wäre eine der Attraktionen. [Anm: Die V8-STAR fahren immer am Samstag. Sonntags ist die DTC dran und deren Geräusche gehen neben einer über die Nordschleife donnernden Zakspeed Viper einfach unter :-)] Thomas R. Sareks war zunächst überfällig, wurde kurz angefunkt und befand sich erst kurz hinter der Autobahn, somit zog der Troß schon mal los zum Pflanzgarten. Kurzes Fachsimpeln rund um Jans Golf: Einer von uns machte den schweren Fehler, seine Finger prüfend im Motorraum des 16V zu versenken. Prompt stellte sich heraus, daß die Batterie nicht verschraubt, sondern am Kabel frei beweglich unterwegs war. Auf Prüfungen der Motorlager verzichteten wir dankend. Der eingebaute Automat war auch defekt. Trotz Einwurf von Münzen in die seitlichen Schlitze am Kotflügel vorne rechts kam keine Ware. Das bei Automaten übliche Draufschlagen und dagegentreten entfiel aus naheliegenden Gründen. Zunächst. Wurde erst während einer Pinkelpause Jans später nachgeholt. Just kidding. Nachdem Thomas telefonisch herangelotst war und eintraf, begann nach ausgedehnter technischer Debatte zum Thema Trabold-Filter die eigentliche Verkaufsveranstaltung. Thomas hatte ein Gebinde Filter günstig bei *B*y ersteigert und bot diese nun zu <quote> günstigen <unquote> Konditionen an. Mangels Druckmittel (schließlich saßen da nicht wehrlose Rentner im verriegelten Speisesaal einer muffigen Landgaststätte) hielten sich die Abverkäufe in überschaubaren Grenzen. Auch Thomas' Hund konnte mit einer Schulterhöhe von ca. 15 - 20 cm nicht wirklich zur Einschüchterung beitragen. Der kleine Energiebolzen rächte sich heimtückisch durchs Ausheben weiterer Löcher im Bereich des Parkplatzes. Diese Löcher werden übrigens gesponsert vom europäischen Verband der Frontspoilerhersteller. Eine Ladung holländischer Kleinwagen setzte jedenfalls teilweise recht hart im Schotterbett des Waldparkplatzes auf... Auf der Nordschleife war zu dem Zeitpunkt noch nicht so viel los. Feuchte Fahrbahn und die frühe Uhrzeit (auch Superhelden wollen sonntags mal ausschlafen)... Deshalb zog die eine Hälfte weiter zum Brünnchen, die andere Richtung Ticketautomat für die Touristenfahrten. Der "große Organisator" hatte noch zwei Ringkarten im Fundus und so konnte Arnd seine Hankooks kostenfrei warmfahren. Während ich also auf dem Beifahrersitz den Tag genoß und Arnd den gechipten Ibiza im Bereich der Nennleistung hielt, konnte der (nicht vorhandene) Nebengeräuschfilter meines Handys seine Stärken ausspielen. Während wir mit Vollgas über den Kurs drifteten, klingelte nämlich von der Rückbank das Telefon und Alexander Doetsch bat: "ruft doch bitte kurz durch, wenn ihr losfahrt". Irgendwo in der Runde ließ Arnd dann Jan Bienert endlich vorbei und wir sahen ihm in der Folge beim Anbremsen, Einlenken und Gas geben zu. Die Batterie hatte er dankenswerterweise zwischendurch festgeschraubt so daß von dieser Seite kein Ungemach drohte. Nach der kompletten Runde trafen wir uns auf dem Parkplatz an der Zufahrt wieder mit Jan. Jans Augen rauchten und stanken und Arnds Bremsen leuchteten vor lauter Adrenalin. Oder so. Später trafen sich alle am Brünnchen wieder und sahen einem Phaeton-Fahrer zu. Dieser war ein gründlicher und konsequenter Vertreter seiner Gattung. Nachdem er beim Überfahren einer hohen Bodenwelle auf dem improvisierten Parkplatz im rechten Winkel mit dem vorderen Überhang satt[TM] aufsetzte, folgte eine kurze Denkpause. Dann gab er Gas und setzte logischerweise mit dem Unterboden zwischen den Achsen wieder voll auf, schleifte das ganze Auto über den teilweise geschotterten Hügel und fuhr dann weiter. Man fragt sich a) was deutlich über zwei Tonnen Fahrzeuggewicht mit der unter dem Wagenboden verbauten Abgasanlage in dem Fall so alles anstellen und b) was betreffender Fahrer wohl anstellt wenn er mal mit der Wagenfront versehentlich in einen Misthaufen fahren sollte. Auf der Nordschleife fiel auf, wie sauber gerade Fahrer mit gelben Kennzeichen andere, schnellere Fahrzeuge vorbeiließen. Vorbildlich. Bei näherer Analyse relativierte sich das Lob. Die blieben einfach stur links. Da in der Kurve die Ideallinie aber rechts liegt, konnten andere problemlos vorbei. Einer der seltenen Fälle, wo auf der Autobahn eingeübtes Verhalten auf der Rennstrecke den Verkehrsfluß in Gang hält. Ein blauer Tigra wurde recht heftig in der Leitplanke versenkt. Passagiere unversehrt. Heckschaden hinten rechts, fahruntüchtig. Alexander Hantke schwenkte die mitgebrachte gelbe Fahne bis zum Eintreffen der Streckensicherung und Jan Bienert brachte die ihm bekannten verunfallten später nach Hause. Ob er auch den Fahrer mitnahm oder nur dessen geschockte Freundin ist nicht verbürgt. Jedenfalls sage noch einer die d.e.f.a.-Truppe mache sich nicht nützlich! Übrigens: Wenn ihr am Ring seid und ein silberner Golf zieht Runde um Runde um Runde um Runde um Runde, dann ist das Alexander Hantke mit seiner Jahres-Dauerkarte. Und dann war da noch der stinknormale ältere Bulli. Mit dem stinknormalen älteren Fahrer. Keine Ahnung was der da für einen Motor drin hat, jedenfalls habe ich noch nie einen Bulli in so einem Renntempo gesehen. Der hat tatsächlich außen in der Kurve einen ganz und gar nicht langsam gefahrenen PKW sowas von versägt daß es die reine Freude war. Arnd Maaß schlug nach seiner zweiten Session betrübt wieder auf. Der Turbolader hatte mitten in der Runde seinen Jahresurlaub genommen und mit ca. 60 PS konnte er dann keine Rekorde mehr brechen. Das versammelte motorentechnische Know-How aus d.e.f.a. kreiste den Fehler natürlich sofort präzise ein und schnell war professionell für Abhilfe gesorgt. Hier ein Mitschnitt: "Ha, da ist ein Schlauch ab!". "Der wird nicht gebraucht, den habe ich absichtlich totgelegt.". "Steckt da etwa ein Bohrer drin?". "Ich hatte gerade nichts anderes da zum reinstopfen. Ist aber ein Hartmetall-Bohrer.". "Jan, hast du einen Hammer?". Einige Schläge mit einer Wasserpumpenzange auf Teile im Motorraum. Kurzer Test. Lader läuft wieder. Wie gerufen fährt ein Golf R32 auf den Parkplatz. Der Fahrer sonnt sich in unseren Blicken. Hat ja keine Ahnung, daß wir grinsend über Überholprestige fachsimpeln. Frontseitig hat er wirklich keins. Heckseitig schon eher. Nur, wem hilft schon heckseitiges Überholprestige? Auf dem Weg zum Adenauer Forst schlichen wir dann hinter Rettungswagen plus Notarzt plus Streifenwagen (in der Reihenfolge) entlang. Ein Motorradfahrer verfiel in Zwangshandlungen und überholte in der dichten Kolonne mühsam und nicht ohne Risiko Auto um Auto. Um sich dann nicht am Streifenwagen vorbei zu trauen. Wenn ich schon so führe, dann würde ich auch mindestens noch den Notarzt überholen. Was hilft es mir, wenn ich mich _hinter_ dem Medizin-Konvoi auf die Fresse lege? Die sehen es nicht und fahren weiter... Arnd hatte ohne Absprache noch den Programmpunkt "Fitneß" vorgesehen (Beschwerde an Provider ist raus) und so stiegen wir geschätzte zwanzig Minuten einen recht steilen Hügel zur Strecke hoch. Da es beim Aussteigen aus den Autos regnete, hatten wir uns schön regendicht und mollig eingepackt. Nachdem einige hundert Höhenmeter (oder so) überwunden waren, stieg dementsprechend die Betriebstemperatur ein wenig an. Ein heftiger Regenschauer und eine leere nasse Strecke entschädigten uns. Die anschließende Runde durch die Eifel wurde zunächst durch einen alten 190er (Kennzeichen DAU) eingebremst, der in jeder Serpentine sein Fahrzeug kurz bis zum Stillstand abbremste. Arnd hatte glaube ich sogar einmal sein Auto hinter dem abgewürgt. Auf den abschüssigen Geraden jagte der Benzfahrer den Wagen dann auch nicht gerade in den Begrenzer, jedenfalls überholten wir ihn ohne übertriebenen Leistungseinsatz mit vier Fahrzeugen auf einer Strecke von fünfzig Metern oder so als gerade mal kein Gegenverkehr kam. Nach der Einkehr im Gasthof verfolgten wir dann noch ein wenig das Wahlgeschehen und redeten bei panierten Fleischprodukten "aus eigener Herstellung" Benzin. Auf der Rückfahrt nahm ich noch den neuen Trend zum linksfahren in Baustellen mit 2/3 der zulässigen Höchstgeschwindigkeit zur Kenntnis. Geht ganz einfach: Man fährt mit einem PKW in eine Baustelle. Die rechte Spur ist über Kilometer frei, man bleibt links und freut sich über den Rückstau hinter dem eigenen Fahrzeug. Nachdem Lichthupe durch verschiedene Hinterherfahrende nichts bewirkt überholen dann einige entnervt rechts. Sind drei Wünsche auf einmal: Falls man lebend zuhause ankommt hat man was zu erzählen; der nachfolgende Verkehr hat seinen Kick (Haare stehen zu Berge ob der wahnwitzigen Szenen innerhalb des Betonmauer-Absperrbaken-Korridors) und die Geschicklichkeit wird trainiert (man fährt in der engen linken Spur und am rechten Außenspiegel zieht im Millimeterabstand der Neoplan nach vorne durch). Man sieht sich nächstes Jahr. Bis dann, Horst ;-) [drop where appropriate] |
Ich danke Horst Pieser und Alexander Doetsch für ihre Mithilfe beim Erstellen dieser Seite.